Zwischen Sommerabend und Unterwasserwelt
Endlich wieder gemeinsam unterwegs
Nach ein paar Monaten Pause wurde es Zeit, wieder gemeinsam loszuziehen. Am 01.08.2026 führte uns unser Weg an den Haselbacher See und aus einem zunächst eher unscheinbaren Sommerabend wurde ein kleines fotografisches Abenteuer.
Es ist tatsächlich schon einige Monate her, dass hier der letzte Beitrag erschienen ist. Umso schöner war es, wieder gemeinsam mit Line unterwegs zu sein.
Wir hatten uns bewusst erst für die Abendstunden verabredet. Der Tag war wettertechnisch eher durchwachsen gewesen, doch für den Abend sah die Vorhersage deutlich besser aus. Die Wolken sollten langsam aufreißen und der Sonne noch einmal die Möglichkeit geben, für etwas Abendlicht zu sorgen.
Als wir am Haselbacher See ankamen, wollten wir nicht lange überlegen. Wir gingen direkt ins Wasser.
Vielleicht war genau diese Unkompliziertheit der richtige Einstieg. Kein langes Herumlaufen auf der Suche nach dem perfekten Motiv, kein ausgeklügelter Plan. Wir waren dort, um gemeinsam eine gute Zeit zu haben, Bilder zu machen und einfach zu schauen, was sich aus der Situation entwickeln würde.
Und das eben nicht nur vom Ufer aus.
Wenn Wasser zum Motiv wird
In kaum einem anderen Element fühle ich mich persönlich so wohl wie im Wasser. Es dürfte daher wenig überraschen, dass Wasser und Ozeane auch in meiner Fotografie immer wieder eine besondere Rolle spielen.
Was liegt also näher, als diese Leidenschaft mit der Fotografie zu verbinden?
Schon die ersten Aufnahmen entstanden im knietiefen Wasser. Für mich hat sich diese Art, ein Shooting zu beginnen, bewährt. Man kommt gemeinsam in die Situation, bekommt ein Gefühl füreinander und kann erste Ideen ausprobieren, ohne sofort alles perfekt machen zu müssen.
Gerade bei einem Shooting im Wasser ist Vertrauen wichtig. Bewegungen verändern sich, der Untergrund ist ungewohnt und selbst einfache Posen fühlen sich plötzlich anders an.
Dazu kommt eine ganz praktische Überlegung: Sind die Haare einmal nass, lassen sich bestimmte Ideen später nicht mehr umsetzen. Die Reihenfolge der Aufnahmen spielt deshalb eine größere Rolle, als man zunächst vermuten würde.
So entstanden zunächst digitale und analoge Aufnahmen, bevor wir uns an den Teil wagten, auf den ich mich schon lange gefreut hatte.
Unter der Oberfläche
Bereits bei unserem allerersten gemeinsamen Shooting hatte ich die Idee im Kopf, einmal mit Line unter Wasser zu fotografieren. Der Reiz liegt für mich vor allem in der Perspektive. Sobald man die Oberfläche verlässt, verändert sich das gesamte Bild.
Bewegungen wirken anders, Stoffe beginnen zu schweben, Haare verhalten sich völlig anders und auch das Licht bekommt eine eigene Charakteristik. Aus einem Portrait am See wird plötzlich etwas, das mit der Realität an Land nur noch wenig zu tun hat.
So faszinierend die Ergebnisse sein können, so schwierig ist die Umsetzung. Unter Wasser lässt sich vieles nicht einfach so kontrollieren, wie man es von einem normalen Shooting gewohnt ist. Das Anleiten des Models wird schwieriger, die Kommunikation funktioniert nur eingeschränkt und auch beim Posing müssen Fotograf und Model teilweise improvisieren.
Hinzu kommt die Kleidung. Was an Land leicht und elegant aussieht, kann unter Wasser plötzlich erstaunlich schwer werden. Gerade bei längeren Kleidern muss das Model einiges leisten, um die gewünschte Position überhaupt halten zu können.
Und dann ist da noch die Sache mit den Bildern selbst. Vieles lässt sich erst im Nachhinein wirklich beurteilen. Während der Aufnahme weiß man nicht immer, ob Bewegung, Ausdruck, Kleidung und Licht tatsächlich so zusammenkommen, wie man es sich vorgestellt hat.
Genau das macht für mich einen Teil des Reizes solcher Shootings aus.
Ich bin deshalb besonders froh, dass sich meine liebe Line auf diese Herausforderung eingelassen hat. Unterwasseraufnahmen sind auch für das Model körperlich und mental deutlich anspruchsvoller als ein normales Shooting. Ohne ihr Vertrauen und ihre Bereitschaft, sich auf die Ideen einzulassen, wären viele dieser Bilder nicht entstanden.
Analog trifft digital
Neben den Unterwasseraufnahmen war auch die Mischung aus analoger und digitaler Fotografie ein wichtiger Teil dieses Abends. Ich mag diese Kombination, weil beide Arbeitsweisen ihren eigenen Charakter mitbringen.
Digital lässt sich vieles unmittelbar kontrollieren und ausprobieren. Bei der analogen Fotografie kommt dagegen eine gewisse Ungewissheit hinzu. Gerade bei einem Shooting, bei dem ohnehin nicht alles planbar ist, finde ich diesen Gegensatz spannend.
Am Ende hatten wir zwar einige Ideen im Kopf, aber keinen festen Ablauf, den wir einfach abarbeiten wollten. Wir haben ausprobiert, verworfen, verändert und weitergemacht.
Und genau daraus entstehen meiner Meinung nach oft die interessanteren Bilder.
Ein etwas anderer Fototag
Am Ende sind an diesem Abend Bilder entstanden, die unterschiedlicher kaum sein könnten: analoge und digitale Aufnahmen, Bilder aus dem Wasser, Portraits und vor allem die Unterwasseraufnahmen, die diesen Abend für mich noch einmal besonders machen.
Dabei war es gar nicht das geplante Ergebnis, das den Abend ausgemacht hat. Es waren die vielen kleinen Momente dazwischen.
Gemeinsam ins Wasser zu gehen. Neue Ideen auszuprobieren. Festzustellen, dass etwas nicht funktioniert. Es noch einmal zu versuchen. Und irgendwann zu merken, dass aus dem anfänglich eher durchwachsenen Wetter doch noch ein richtig schöner Sommerabend geworden war.
Nach ein paar Monaten ohne gemeinsamen Fototag war es einfach schön, wieder mit Line unterwegs zu sein. Vielleicht ist genau das die Erinnerung, die von diesem Abend am längsten bleiben wird: nicht ein einzelnes perfektes Bild, sondern ein gemeinsamer Abend, viel Wasser, einige verrückte Ideen – und die Bilder, die daraus entstanden sind.
MW
.jpg)

Kommentare
Kommentar veröffentlichen