Ektacolor statt Portra? Was hinter Kodaks neuem Analogfilm steckt
Marketing. Als würde Geschichte nicht einfach wiederholt, sondern einmal durch die Branding-Abteilung geschleust. Genau so ein Moment ist jetzt gekommen. Mit „Ektacolor“ taucht ein Name wieder auf, den viele längst im Archiv der Analoggeschichte abgelegt hatten. Und gleichzeitig verschwindet ein anderer – zumindest auf der Verpackung.
Doch was heißt das eigentlich?
Ein Name, der mehr ist als Nostalgie
„Ektacolor“ ist kein Neuling. Seit den 1950er-Jahren steht der Name für professionelle Farbnegativfilme – ein Stück Fotogeschichte, das sich über Jahrzehnte weiterentwickelt und schließlich in anderen, bekannteren Emulsionen aufgegangen ist.Dass dieser Name nun zurückkehrt, ist kein sentimentaler Zufall. Hinter den Kulissen wird seit Jahren geschoben, sortiert und neu verteilt: Markenrechte hier, Produktion dort, dazu die langen Schatten vergangener Umstrukturierungen.
Das Ergebnis? Filme, die wir kennen und lieben, könnten plötzlich anders heißen – ohne sich wirklich verändert zu haben. Ein bisschen wie ein alter Freund mit neuem Haarschnitt: Man erkennt ihn sofort, auch wenn man kurz stutzt.
Ist das noch derselbe Film?
Die kurze Antwort: wahrscheinlich ja.
Die längere: Es sieht ganz danach aus.
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| KODAK EKTACOLOR PRO 400 |
Oder anders gesagt:
Der König trägt neue Kleider – aber regiert noch immer mit derselben Handschrift.
Auch in der Community ist man sich erstaunlich einig. Der Tenor lässt sich ungefähr so zusammenfassen: gleicher Film, neuer Name. Oder etwas trockener: Rebranding ist das neue Recycling.
Warum dieser Wandel?
Die Antwort ist weniger romantisch, als man hoffen könnte. Es geht nicht um Chemie, sondern um Kontrolle. Nach der Aufspaltung wurden Produktion und Markenrechte getrennt verwaltet – keine ideale Kombination, wenn man langfristig konsistent auftreten will.
Jetzt scheint sich das Kräfteverhältnis wieder zu verschieben. Mehr Einfluss beim Hersteller, aber eben unter Namen, die rechtlich eindeutig dazugehören.
Das Ergebnis: ein Rebranding, das nicht nur nach außen wirkt, sondern eine tiefere Neuordnung widerspiegelt.
Chance statt Abschied
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| KODAK EKTACOLOR PRO 800 |
Mehr Kontrolle über Produktion und Vertrieb könnte langfristig für bessere Verfügbarkeit sorgen (man darf ja träumen), stabilere Preise (man darf sogar mehr träumen) und vielleicht auch neue Impulse für die analoge Fotografie.
Und wenn wir ehrlich sind: Wandel gehört hier einfach dazu. Namen kommen und gehen, Emulsionen entwickeln sich weiter, und irgendwo dazwischen entstehen Bilder, die bleiben.
Fazit
Vielleicht erleben wir gerade keinen Abschied, sondern eine Rückkehr – zu alten Namen, vertrauten Eigenschaften und der leisen Erkenntnis, dass sich in der Analogwelt vieles ändert, ohne sich wirklich zu verändern.
Denn am Ende ist es ganz einfach:
Es zählt nicht, was auf der Packung steht. Sondern das Bild, das bleibt.
Was denkst du – echter Neuanfang oder nur ein neues Etikett? Hast du schon Erfahrungen mit Ektacolor gemacht oder bleibst du Portra treu? Schreib es in die Kommentare und lass uns darüber diskutieren.
MW





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