Die Canon A-1 - Der große Bruder der beliebten Canon AE-1

Der Geheimtipp, der längst keiner mehr ist!

April 1978 - Canon schreibt Geschichte!

Die A-1 war das Spitzenmodell der A-Serie. (Die AE-1 war die erste dieser Serie.) Es handelte sich um eine ausgefeilte elektronische Kamera mit vollständig digitaler Steuerung. Der eingesetzte Mikroprozessor der Canon A-1 erlaubte einen Blendenprioritätsmodus, eine Zeitautomatik und sogar eine vollständige Programmautomatik. Etwas dass jede moderne Kamera bis heute als DNA in sich trägt.

Eine Kamera die ihrer Zeit voraus war

620 Gramm (ohne Objektiv) und heute umgerechnet etwa 625€ (mit FD 50mm 1.4 SCC) bei Einführung - heute kaum mehr vorstellbar. Aber auch für diese Zeit kein Schnäppchen - entspricht es nach damaliger Zeit etwa 1200 DM.

Neben Automatik-Modi verfügt die Canon A-1 auch einen manuellen Modus, der die Kamera auch heute noch so interessant macht.

Gibt es DIE auch in SCHWARZ!!

Die Canon A-1 gabs NUR in Schwarz. Wer ein silbernes Model sucht, wird hier keines finden und muss auf vorherige Modelle ausweichen wie die beliebte AE-1. Auch wenn Sie gewichtig ist und nach Metall aussieht versteckt sich hinter einer Beschichtung Plastik die das Gewicht reduzieren sollte. Meine Kombo mit angesetzten Objektiv (50mm 1:1.4) wiegt etwa 860gr - definitiv kein Leichtgewicht.

Elektronik - Wie FURCHTBAR!!! 

Eine Kamera die Elektronik hat - die kann doch ausfallen!!! Merkwürdigerweise gilt die gesamte Canon A-Reihe als Unverwüstlich - zumindest auf der Seite der Elektronik. Auch die Batterien 4LR44 sind heute noch gut marktverfügbar. Die 7-Segment-rote LED-Anzeige im Sucher, die bei Bedarf abschaltbar ist, funktioniert noch heute tadellos. Manchmal wünsche ich mir bei heutigen elektronischen Bauteilen, dass Sie ein ebenso langes Durchhaltevermögen besäßen. Selbst die letzten hergestellten im Jahr 1985, sind heute 40 Jahre alt...

Mein Weg zur Canon A-1

Ich besitze eine schiere Anzahl an 35mm-Kameras! Wieso also eine Canon A-1?! Es war ein Besuch eines Flohmarkt in Zwickau und eigentlich war ich auf der Suche nach einer rein mechanischen Messsucherkamera. Aber jedes Model dass ich fand, konnte höchstens als Briefbeschwerer genutzt werden. Keines funktionierte! Für Briefbeschwerer gebe ich aber kein Geld aus. Ich liebe es mit den alten Geräten noch zu arbeiten. 
In einer kleinen Vitrine versteckt, lag dann diese in Würde gealterte Kamera. Ich bat den Händler mir die Kamera zu reichen um einige Tests durchzuführen. 
Das erste Angebot des Händlers war weit von meinem Budget entfernt, dass ich für dieses Model bezahlen wollte. Er gab mir zu verstehen, dass dies lange das Werkzeug seiner Frau (Berufsfotografin) war und versuchte mich emotional zu erreichen.
Was er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass mir die Reihe und ihre Macken bekannt waren. 

Das dieses Model gut benutzt wurde erkennt man an den vielen Kratzern und der Patina. Der Canon-Keuchhusten oder auch Asthma genannt spielt mir zusätzlich in die Karten um am Preis zu arbeiten. Auch der Spiegeldämpfer und Dichtungen mussten erneuert werden. Wir einigten uns auf ein guten Preis samt Objektiv. Alleine das Objektiv 50mm 1:1.4 kostet in der Bucht zwischen 70€ und 120€. Mich kostet das Gesamtset nur 120€, muss aber Zeit in die Reparatur einplanen. Das Gesamtset kann man mit Glück gewartet auch bekommen. Aber meist erst ab 150€ aufwärts.

Die Reparatur

Mit in wenig Recherche bei Dr. Google findet man die benötigten Informationen um den Keuchhusten des Spiegels verschwinden zu lassen. Ein wenig Geduld und das passende Werkzeug vorausgesetzt lässt sich das relativ schnell beheben.
Etwas aufwendiger hingegen das vorsichtige reinigen der Mattscheibe, die durch den porösen Spiegeldämpfer dreckig wurde als ich diesen erneuern wollte. Hier war Aceton das Mittel meiner Wahl. Vorsicht - hier entstehen schnell Kratzer, da die Mattscheibe extrem empfindlich ist.

Die Arbeit mit der Canon A-1

Die Canon fühlt sich aufgrund ihres Gewichts wertig an und liegt satt in der Hand. Die Größe, Haptik und Optik erinnern an die glorreichen Zeiten der SLRs. Ich mag dieses Gefühl von Retro. Der Verschluss wird mit einem Spannhebel gespannt und der Film weiter transportiert. Man muss trotz elektronischen Eingriff noch immer für sein Bild etwas tun. Aber mich reizt genau das.

Eine Kamera die trotz 40 Jahren auf dem Buckel fast alles bietet was man an Unterstützung benötigt. Kein ERSATZ für meine anderen Kameras, aber eine gelungene Ergänzung, wenn ich bewusst etwas mehr Zuarbeit von meiner Kamera verlange in einem überschaubaren Gehäuse. Dagegen ist meine Canon 1V ein Riese.

Wer sich alle technischen Finessen ansehen möchte kann dies gerne auf anderen Blogs tun, die da tiefer reingehen.

Begrenzend mag für den Einen oder Anderen höchstens die kürzeste Verschlusszeit von 1/1000sec sein, die auch für damalige Verhältnisse eher langsam war. Stört mich persönlich nicht, dafür habe ich andere Geräte wie die Canon 1V (bis zu 1/8000sec). Wer mehr braucht greift zur Nikon FE2 oder zur FM2.

Eine perfekte Kamera?!

Natürlich nicht. Gibt es DIE?! Aber eine solide Kamera, die trotz manuellen Fokussieren und der Unterstützung durch die verschiedenen Automatiken einfach zu bedienen ist und die ich gegenüber einer Canon AE-1 eher empfehlen würde.

MW

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